Sammelrezension


phr konsum zu kritik

 


Darin besprochen:

Tristan Garcia: Das intensive Leben. Eine moderne Obsession. Berlin 2017. Suhrkamp Verlag. 215 S.

Alexander Sedlmaier: Konsum und Gewalt. Radikaler Protest in der Bundesrepublik. Berlin 2018. Suhrkamp Verlag. 464 S.

Dieter Thomä: Puer robustus. Eine Philosophie des Störenfrieds. Berlin 2016. Suhrkamp Verlag. 715 S.

Review

Heidegger on Technology

Releasing Gestell

Our daily life is influenced deeply and massively by technical devices, while their effects on our economic, social or even political behaviour are largely unknown. It seems obvious that we are not yet at the end of the story regarding technology but rather at the very beginning of an unforeseeable change, a downright revolution whose real import only the future will show. Given that technologies always had a crucial impact on human mindsets we have now entered a new realm of reality in terms of a global digitization. What determines this new era as truly new relates to intricate challenges on every field of human activity or thought, touching upon our very self-image as human beings. Can we still take for granted that we only change our equipment without, in turn, being equally changed by it? How can we cope with this new situation? And how can we develop a proper understanding of what is going on around us – or even with us?

Design als transzendentale Praxis

Ein Interview von Thomas Arnold für et al. – Blog für phänomenologische Philosophie

 

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Thomas: Du entwickelst eine Philosophie des Designs. Heidegger spielt dabei eine große Rolle. Nun hat Heidegger allerdings zur Frage nach der Technik geschrieben, aber nicht direkt zu Design, wenn ich mich nicht irre. Also was motiviert Dein Interesse an seinem Ansatz? Wie liest Du Heidegger?

Florian: In der Tat, an keiner Stelle kommt Heidegger explizit auf die Frage des Designs zu sprechen, stattdessen spielt aber die Kybernetik, wie auch kürzlich wieder der Band der GA zu den Zollikoner Seminaren bekräftigt, eine entscheidende Rolle für den späten Heidegger. Doch Heidegger war sich durchaus bewusst, dass zwischen den beiden Feldern ein engerer Zusammenhang besteht. Denn nicht zuletzt durch ein Foto ist belegt, dass er 1959 anlässlich eines Vortrags von Reyner Banham zu Gast war an der HfG Ulm, ihres Zeichens die modernste Kunsthochschule der Zeit, die kurz nach dem 2. WK u.a. von einer der Geschwister Scholl, Inge Scholl gemeinsam mit Otl Aicher gegründet wurde und mit Max Bill als Gründungsrektor sowie Architekten und Walter Gropius als Eröffnungsredner die Tradition des Bauhauses wiederaufnahm, um sie weiterzuentwickeln. Der erklärte Anspruch dieser designgeschichtlich wirkungsmächtigen Institution, die von 1953 bis 1968 Bestand haben sollte, war, Design als eine Art Planungs-Wissenschaft zu etablieren, und zwar nicht zuletzt im Rückgriff auf die noch junge Disziplin der Kybernetik, deren Schöpfer, Norbert Wiener, die Studenten und Dozenten bereits 1955 mit einem Besuch beehrte hatte. Heidegger dürfte also durchaus einen Begriff von modernem Design gehabt haben, auch wenn er ihn nicht explizit gemacht hat.

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